hCG-Wert

Schwangerschaft

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Das Beta-hCG Hormon - Nachweisfaktor in der Frühschwangerschaft

Das hCG-Hormon ist für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich. In den ersten Wochen der Schwangerschaft steigt der hCG-Wert stetig an. Er verdoppelt sich circa alle zwei bis drei Tage.

Dieser Artikel ist Bestandteil unserer großen und umfangreichen Schwangerschaftscheckliste.

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Der hCG-Wert ist ein wichtiger Nachweisfaktor für eine vorhandene Schwangerschaft und dient zur Überwachung der Frühschwangerschaft. Bis zum Ende der Frühschwangerschaft steigt der hCG-Wert kontinuierlich auf durchschnittlich 100.000 U/l. Die maximale Konzentration des hCG-Hormons ist zwischen der 8. SSW und 10. SSW erreicht. Danach fällt das HCG langsam wieder ab und erreicht um die 20. SSW seinen basalen Wert. In vielen Fällen bestimmt der Frauenarzt im Rahmen der Erstuntersuchung den HCG-Wert im Blut. Den Checklistenpunkt „Erstuntersuchung“ finden Sie in unserer großen Schwangerschaftscheckliste. Sie enthält sämtliche Untersuchungstermine, Tests und Anschaffungen für Ihr Baby.

Das Beta-hCG Hormon – auch Schwangerschaftshormon genannt –  wird von der Plazenta unter Einfluss des Chorions nach dem Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter gebildet und von dort in den Blutkreislauf abgegeben. Das hCG (humanes Choriongonadotropin) Hormon bewirkt die Abgabe der Gelbkörperhormone Östrogen und Progesteron. Sie lassen die Gebärmutterschleimhaut wachsen und sind dafür verantwortlich, dass kein weiterer Eisprung ausgelöst wird und es zu keiner Menstruationen mehr kommt.

Ein erhöhter hCG-Wert kann frühestens neun Tage nach der Befruchtung durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

Schon kurz nach der Geburt fällt das HCG auf den normalen Wert – wie vor der Schwangerschaft – zurück.

Nachweis

Um eine Schwangerschaft und ihren Verlauf in den ersten Schwangerschaftswochen nachzuweisen, beziehungsweise zu kontrollieren, kann der hCG- Wert sowohl im Blut als auch im Urin bestimmt werden. Der Nachweis einer Schwangerschaft (hCG-Werte im Urin) ist mittels eines Schwangerschaftstests erst nach dem Ausbleiben der Periode – also etwa 14 Tagen nach dem Eisprung – zuverlässig möglich.

Werte

Die folgende Tabelle führt die Normbereiche des hCG-Wertes in den einzelnen Schwangerschaftswochen (SSW) auf. Dabei sind sehr große Bandbreiten möglich.

SSW Normwerte im Serum (Blut)*
3. SSW 5 - 50 U/l
4. SSW 50 - 500 U/l
5. SSW 100 - 5000 U/l
6. SSW 500 - 10.000 U/l
7. SSW 1.000 - 50.000 U/l
8. SSW 10.000 - 100.000 U/l
9. SSW - 10. SSW 15.000 - 200.000 U/l
11. SSW - 14. SSW 10.000 - 100.000 U/l
15. SSW - 28. SSW 8.000 - 100.000 U/l
29. SSW - 40. SSW 5.000 - 65.000 U/l

*U/l = IU/l = mlU/ml = mU/ml

Hinweis: Da die Normbereiche des hCG-Wertes großen Abweichungen unterliegen, lassen die Werte der hCG Tabelle keine Rückschlüsse auf die Schwangerschaftswoche zu.

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Um einen aussagekräftigen hCG-Wert und seine Entwicklung zu bekommen, ist es sinnvoll die Werte von zwei aufeinander folgenden Blutuntersuchungen miteinander zu vergleichen. In der Regel sind Einzeluntersuchungen auf Grund der sehr stark schwankenden Normwerte unbrauchbar und geben keine zuverlässige Auskunft über den Verlauf der Schwangerschaft.

Einzeluntersuchungen lassen sich sehr schwierig interpretieren. Eine intakte Schwangerschaft oder auch eine eventuell drohende Fehlgeburt lassen sich nur durch den Vergleich, das heißt den erfolgten Anstieg oder Abfall der Hormonwerte (hCG-Wert) erkennen.

Mehrlingsschwangerschaft

Ein erhöhter hCG-Wert kann ein Hinweis auf eine Mehrlingsschwangerschaft sein.

Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft

Ein sehr niedriger hCG-Wert, ein abfallender hCG-Wert oder ein sehr langsam steigender hCG-Wert kann in der Frühschwangerschaft ein Hinweis auf eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft sein.

Pränataldiagnostik

Der hCG-Wert spielt auch bei verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle – beispielsweise beim Tripple Test (Ersttrimesterscreening). Hier wird der hCG-Wert zusammen mit anderen Parametern zur Risikoeinschätzung einer eventuellen Chromosomenstörungen herangezogen.

Janina Wolf
Autor: Janina Wolf
Aktualisiert am: 15.04.2021