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Diese Rechte haben Eltern von kranken Kindern gegenüber dem Arbeitgeber

Krankes Kleinkind

Eltern erhalten Sonderurlaub und Kinderkrankengeld

Diese Situation kennen alle Eltern: Das Kind wird krank, kann nicht in die Kita oder Schule, Mama und Papa aber müssen zur Arbeit. Was tun, wenn niemand einspringen kann?


Waren Eltern in solchen Situationen vor Jahren noch auf sich allein gestellt, hat der Gesetzgeber mittlerweile nachgebessert. Wir verraten Ihnen, welche Rechte Sie haben, wenn Ihr Kind krank ist.

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren einiges getan. Neben dem Elterngeld gibt es auch einige Unterstützungsregelungen, die insbesondere für Alleinerziehende unverzichtbar sind.

Wenn das Kind krank wird, kann sich ein Elternteil bis zu fünf Werktage frei nehmen und wird in dieser Zeit weiterhin vom Arbeitgeber bezahlt. Wenn das Kind danach immer noch so krank ist, dass die Anwesenheit eines Elternteils notwendig ist, kann die Auszeit für die Pflege des kranken Kindes auf bis zu zehn Tage ausgedehnt werden. Ab dem sechsten Tag allerdings unbezahlt – zumindest vom Arbeitgeber.

Diese Rechte haben Eltern von kranken Kindern gegenüber dem Arbeitgeber – Alleinerziehende

Alleinerziehende können die doppelte Menge an Sonderurlaub in Anspruch nehmen, also bis zu 20 Tage pro Jahr. Die Zahl verdoppelt sich auch, wenn es ein zweites Kind gibt. Bei mehr als zwei Kindern in der Familie können sich Eltern allerdings maximal bis zu 25 Tage im Jahr freinehmen. Für Alleinerziehende gilt eine Obergrenze von 50 Tagen pro Jahr.

Diese Betreuungstage dürfen nicht mit Urlaubstagen geleichgesetzt werden. Eltern haben darauf einen gesetzlichen Anspruch und müssen dafür keinen einzigen Urlaubstag opfern. Um dem Arbeitgeber nachweisen zu können, dass der Arbeitnehmer tatsächlich wegen Krankheit des Kindes zu Hause bleiben muss, ist ein Attest vom Arzt notwendig.

Allerdings hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die Entgeltfortzahlung bei Erkrankung des Kindes auszuschließen. Das ist prinzipiell auch in Tarifverträgen möglich. Sofern er das tut, muss er trotzdem unbezahlten Sonderurlaub gewähren. In diesem Fall springt direkt die Krankenkasse mit der Zahlung von Kinderkrankengeld ein. In der Realität erhalten glücklicherweise verhältnismäßig wenige Arbeitsverträge diese Ausschlussklausel.

Anzahl der Alleinerziehenden in Deutschland

nach Geschlecht von 2000 bis 2015

JahrMütterVäter
20001.960.000352.000
20011.982.000373.000
20022.027.000375.000
20032.061.000390.000
20042.116.000387.000
20052.236.000335.000
20062.303.000353.000
20072.270.000359.000
20082.317.000351.000
20092.281.000354.000
20102.291.000364.000
20112.311.000375.000
20122.308.000389.000
20132.294.000385.000
20142.307.000404.000
20152.331.000409.000

Quelle: Statista/Statistisches Bundesamt

Diese Rechte haben Eltern von kranken Kindern gegenüber dem Arbeitgeber – Kinderkrankengeld

Damit es sich auch wirklich jeder erlauben kann, auch ab dem sechsten Tag noch zu Hause zu bleiben und das kranke Kind zu pflegen, gibt es das sogenannte Kinderkrankengeld. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie zahlen circa 75 Prozent des Nettogehalts, jedoch für längstens zehn Tage pro Jahr und pro Kind. Das Kinderkrankengeld wird nur gewährt, wenn es keine andere Person im Haushalt gibt, die die Pflege übernehmen kann. Entweder weil sie auch arbeiten muss oder selbst erkrankt ist. Eine solche Ersatzperson könnte zum Beispiel auch ein ausreichend alter Bruder oder eine ausreichend alte Schwester sein.

Kinderkrankengeld gibt es zudem nur für Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder unter einer Behinderung leiden. Ältere Kinder kommen bei Krankheiten, die keinen Krankenhausaufenthalt erfordern, in der Regel auch alleine klar. Das Krankengeld muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Diese Rechte haben Eltern von kranken Kindern gegenüber dem Arbeitgeber – Schritt für Schritt das Richtige tun

Damit Eltern ihre Ansprüche nicht verwirken, sollten sie im Ernstfall folgende Reihenfolge einhalten:

  1. Arbeitgeber anrufen und informieren
  2. Kind in der Kita oder in der Schule krankmelden
  3. Arzt aufsuchen und Attest ausstellen lassen
  4. Attest schon am ersten Tag beim Arbeitgeber einreichen
  5. Kinderkrankengeld bei der Krankenkasse beantragen, wenn die Pflege länger als fünf Tage dauert

Wer sich an diese Regeln hält, der braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er sein Recht in Anspruch nimmt. Mit der Erziehung von Kindern tun Eltern schließlich etwas für die gesamte Gesellschaft.

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Autor:
Veröffentlicht: 27 | 02 | 2018
Aktualisiert am: 27 | 02 | 2018