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Altersvorsorge für Mütter

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Rechtzeitig reagieren zahlt sich aus

Jeder, der sich von Berufs wegen mit Kindern beschäftigt, wird es bestätigen: Eine Mutter, die sich selbst um ihre Kinder kümmert, übt einen "Vollzeitjob" aus. Leider definiert der Staat diesen Begriff anders in Bezug auf die Erwerbstätigkeit. Denn nur die Zeit der Erwerbstätigkeit wirkt sich später auf die Höhe der Rente aus.


Im Regelfall ist es noch immer so, dass sich vermehrt Frauen um die Kinder kümmern und die berufliche Karriere hinten anstellen. Welche Möglichkeiten gibt es also, um auch als Mutti entspannt dem Ruhestand entgegenzublicken? Wir erklären, worauf es bei der Altersvorsorge für Mütter ankommt.

Altersvorsorge für Mütter – keine langen Beschäftigungspausen einlegen

Auch wenn es sich in diesem Zusammenhang lapidar anhört: Wer sich ausreichende Rentenansprüche sichern will, muss gut verdienen und lang genug in die Rentenversicherung einzahlen. Ein Beispiel verdeutlicht das: Nach Studium und zwei Jahren Arbeit in Lohn und Brot bekommt eine Frau ihr erstes Baby. Im Abstand von drei Jahren folgen zwei weitere Schwangerschaften. Dazwischen hat die junge Mutter immer mal wieder in Teilzeit gearbeitet oder einen Minijob angenommen. Würde sie aktuell in Teilzeit arbeiten, bekäme sie 0,43 Rentenpunkte pro Jahr, bei Vollzeit hingegen 1,14 Punkte. Bereits nach 10 Jahren hätte sie im Vergleich zur Vollzeitstelle rund 7 Rentenpunkte weniger. Auf Basis aktueller Werte würde die Rentenanwartschaft um 209 Euro niedriger ausfallen. Ursprünglich waren Minijobs dazu gedacht, eine Brücke hin zur Vollzeitstelle zu bilden. Aber immer mehr Frauen mit Kindern finden sich in diesem Beschäftigungsverhältnis fortdauernd wieder.

Ein weiterer Fallstrick: Selbst eine zuvor sehr gut qualifizierte Mama gilt nach 5 Jahren Pause für Personaler nicht mehr als „Fachkraft“.

Altersvorsorge für Mütter – Möglichkeiten

Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, in welcher Rolle sie sich nach der Geburt der Kinder wohlfühlt. Als Hausfrau wäre es nur fair, wenn der Ehepartner in eine private Rentenversicherung einzahlen würde. Denn es gab schon Fälle, in denen es nach der Scheidung Streit um die Altersvorsorge der Frau gab. Ein Ehevertrag könnte festhalten, dass der geschiedene Mann die Beitragszahlungen weiterhin leistet. Für Unverheiratete ist dieses Thema noch brisanter. Hausfrauen können sich im Übrigen auch freiwillig gesetzlich versichern und wählen, wie viel sie monatlich einzahlen (mindestens 84,15 Euro/höchstens 1159,40 Euro). Nach derzeitigen Werten erhöht sich für jedes Jahr, in dem der Mindestbetrag gezahlt wird, der spätere monatliche Rentenanspruch um 4,35 Euro (beim Höchstbetrag sind es 59,92 Euro).

Auch bei einem Minijob sollten sich Mütter nicht von der Rentenversicherung befreien lassen. Zwar werden 3,7 % des Gehalts abgezogen, aber neben einem Plus an Rente sichern sich Mütter das Recht auf Riester-Förderung und Mindestversicherungszeiten. Diese Mindestversicherungszeiten spielen eine wesentliche Rolle bei Ansprüchen auf Alters- und Erwerbsminderungsrenten sowie bei Rehaleistungen. Dem Thema „Riester-Rente“ sollten Mütter ohnehin Beachtung schenken: Die Grundzulage für eine Mutter beträgt derzeit 154 Euro pro Jahr. Und bei Kindern hat der Gesetzgeber nachgebessert. Gab der Staat pro Kind vorher noch einmal 185 Euro pro Kind hinzu, sind es für Kinder, die nach dem 01.01.2008 geboren sind, sogar bis zu 300 Euro. Bei der Riester-Rente wird generell zwischen der klassischen und der fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung unterschieden. Die klassische Riester-Rentenversicherung ist für Mütter geeignet, die sich nicht weiter „aktiv“ um die Altersvorsorge kümmern möchten, und bietet eine garantierte Mindestrendite auf den Sparanteil. Es liegt jedoch in der Natur der Dinge, dass bei Müttern bis zur Rente noch viele Jahre vergehen. Hier bietet sich die fondsgebundene Riester-Rentenversicherung an. Wie Statistiken belegen, lassen sich mit marktbreiten Index-Fonds, sogenannten ETFs (ETF = Exchange Traded Funds), über einen längeren Zeitraum betrachtet hohe Renditen erzielen. Weitere Vorteile: Die Anlegerin entscheidet selbst darüber, a) wie hoch der Risikoanteil der Papiere ist, und kann b) jederzeit mit nur geringem Aufwand das Portfolio an der aktuellen Lebenssituation neu ausrichten.

Altersvorsorge für Mütter – Fazit

Mütter sollten sich durch eine Bestandsaufnahme zunächst einen Überblick verschaffen, mit wie viel Einkommen sie im Alter rechnen können. Da Hausfrauen mit Kindern ebenfalls einem „Vollzeitjob“ nachgehen, ist es nur fair, wenn der Lebenspartner sich an der Altersvorsorge beteiligt. Berufstätige Mütter sollten die Rentenlücke bestimmen und möglichst frühzeitig in eine private Altersvorsorge einzahlen. Da es bis zum Renteneintritt ein langer Zeitraum ist, ergeben auch kleinere monatliche Sparbeträge letztlich eine große Summe. Über eine Riester-Versicherung lassen sich Fördergelder realisieren und mit der fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung bei hoher Flexibilität ordentliche Renditen erzielen.

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Veröffentlicht: 09 | 06 | 2017
Aktualisiert am: 14 | 06 | 2017